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Gewaltfreies Lernen

Sachbericht zum Gewaltfrei-Lernen Projekt an der Magister-Nothold Grundschule
Wir haben das Projekt „Gewaltfrei-Lernen“ im Januar 2014 an unserer Schule durchgeführt.
Herr Henneke, Trainer vom Projekt „Gewaltfrei-Lernen“, führte zunächst an zwei Nachmittagen eine Schulung für die Lehrer durch, damit diese nach Projektbeginn mit den Kindern Informiert sind und viele Übungen auch selber durchgeführt haben. Die Lehrer lernten vieles über Classroom-Management, Kommunikationsförderung, Prävention und Intervention von Ausgrenzung und Gewalt, Inklusion-Integration und Bewegte Schule.

 

Parallel fand ein Elternabend statt, auf dem Herr Henneke die Eltern über die Ziele und Vorgehensweisen informierte. Auch die Eltern mussten aktiv werden und einige Übungen durchführen.


Nun ging es los. Es wurde ein Plan erstellt, welche Klassen sich zu welchem Zeitpunkt in der Turnhalle einfinden, um die Stunde mit Herrn Henneke „gewaltfrei“ zu lernen. Die Klassenlehrer waren dabei, beobachteten oder nahmen aktiv teil. Jede Klasse wurde an drei Tagen jeweils 90 Minuten geschult.


Die Einführungsstunde lief etwa theoretischer ab als die folgenden Stunden. Herr Henneke besprach mit den Kindern in welchen Situationen sie schon einmal Gewalt erfahren haben oder sich von anderen ausgegrenzt fühlten. Schnell kam ein Gespräch zustande und die Kinder wussten sofort worum es ging. Ein Spiel zur Kooperationsfähigkeit rundete die erste Stunde ab.


Die folgende „Gewaltfrei-Lernen-Stunde“ beinhaltete eine kurze Wiederholung gefolgt von vielen praktischen Elementen. Die Kinder lernten viel über eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung mit der man schon anderen signalisieren kann, wie stark man ist.

 

Der „Bohrerblick“ mit klaren und deutlichen Ansagen, mit dem man seinem Gegenüber anschauen muss, wenn man ihm klar machen möchte, dass einem gerade etwas nicht passt, wurde immer wieder aufgegriffen und nachgeahmt. Verschiedene Grifftechniken, wie „die Schraube“ oder der „Siegergriff“, mit denen man sich leicht aus „dem Schwitzkasten“ befreien kann, rundete die zweite Stunde ab.

 

In der folgenden und letzten Stunde wurde mit den Kindern ein Standbild zum Thema Konfliktsituationen produziert. Die Zuschauer (der Rest der Klasse) besprachen mit Herrn Henneke wie man in solch einer Situation richtig bzw. angemessen reagieren muss. Zusätzlich lernten die Schüler die wichtige „Drei-Stopp-Regel“ kennen, die sie so verinnerlichen sollen, dass sie diese im Schulalltag in schwierigen Situationen anwenden können.


Wenn man geärgert wird und dieses nicht möchte, schaut man seinem Gegenüber mit dem „Bohrerblick“ an und ermahnt ein erstes Mal und ggf. ein zweites Mal. Beim zweiten Mal warnt man den anderen bereits, dass man bei einem erneuten Vorfall zur Aufsicht bzw. zum Lehrer geht. Die Kinder sollen folglich zunächst versuchen, den Konflikt deeskalierend selber zu klären. Solche Situationen treten im Schulalltag ständig auf, sodass die Schüler diese Regel schnell und häufig anwenden können.

 

Auch die Lehrer bestehen ab sofort darauf, bei Konfliktsituationen zunächst zu fragen, ob die „Drei-Stopp-Regel“ angewendet wurde. Die trainierte „richtige Ansprache“, „Körperhaltung und Gesten“ sowie die „Grifflösetechniken“ werden ab jetzt im Schulalltag weiterhin trainiert und in Erinnerung gerufen. Wir können beobachten, dass schon jetzt viele kleine Konflikte auf dem Pausenhof selbstständig von Kindern gelöst werden. Dies war vorher nicht der Fall.

 

Hier noch einmal die Grundlagen des Projekts „Gewaltfrei-Lernen:


Inhaltliche Schwerpunkte
Gewaltfrei Lernen wurde von Sibylle Wanders in den letzten zehn Jahren entwickelt und in Kooperation mit den teilnehmenden Lehrerkollegien, Sozialpädagogen und Konflikttrainern fortlaufend um sinnvolle Inhalte ergänzt.


Gewaltfrei Lernen macht Kinder und Jugendliche für die gemeinschaftliche Arbeit in der Klasse und das Lösen von Konflikten wortstark und handlungsfähig! Das evaluierte Programm verbindet erlebnisreiche Partnerspiele für soziales Lernen mit einer Konfliktschulung gegen Ausgrenzung, Gewalt und Mobbing. Es nutzt Bewegung intensiv und vielfältig für ganzheitliches Erleben und Lernen. Unser Ziel ist es, Sicherheit, Gesundheit und hervorragende Bildungsvoraussetzungen für Kinder, Jugendliche und Lehrer zu fördern!


Der interdisziplinäre Ansatz
Gewaltfrei Lernen kombiniert Schulungsinhalte aus der Sportpädagogik und Sonderpädagogik, der Gewaltprävention und Mediation, dem Bewegungstheater, der ganzheitlichen Entwicklungsförderung und der Selbstverteidigung. Wir vermitteln wortstarke Selbstbehauptung und körperlich geschickte Reaktionen für die häufigsten Konflikte mit Gleichaltrigen als sinnvolle Verhaltensalternativen zum Schlagen und Beleidigen! Zudem bestärken wir die Jugendgruppen in ihrer Kommunikation und wechselseitigen Hilfsbereitschaft.


Schwerpunkte der Konfliktschulung

  • Schulkonzept gegen Gewalt, Rassismus und Mobbing
  • ganzheitliche Bewegungs- und Bildungsförderung
  • Classroom-Management für einen respektvollen Umgang
  • Partnerspiele für emotional-soziales Lernen
  • Konfliktschulung zur Prävention und Intervention
  • Kommunikationsförderung auf allen Ebenen der Schule
  • Selbstbehauptungstraining für Mädchen und Jungen
  • Schülerstreitschlichtung GIVE ME FIVE ab Klasse 3